Camino real

Tennessee Williams (1953)

Vor der unwirklichen Kulisse einer anonymen Hafenstadt versuchen der angeschlagene Boxchampion Kilroy und ein in die Jahre gekommener Casanova, jeder auf seine Weise, ihre Identität zu retten. Inmitten einer Menagerie absurd anmutender Charaktere - allen voran der sadistische Gutman und ein Clan hochstaplerischer Zigeuner - erfahren die beiden wie im Zeitraffer zerstörerische Niederlagen, aber auch Freundschaft und, ja, beinahe Geborgenheit - Stationen einer menschlichen Existenz, die ganz allmählich, beinahe unmerklich zum schicksalhaften Traumgemälde eines alten Wanderers verschmelzen.
Dass Williams' Traumgestalten letztlich die Erlösung versagt wird, sie sich gleichsam trotz anfänglicher Gegenwehr in ihre individuelle Verdammnis fügen, steht als eindrucksvolles Sinnbild für den ihm eigenen exzentrischen Lebensweg. Jeder aufmerksame Zuschauer wird aber auch sich selbst in den Motiven dieser surrealen Figuren erkennen: seine persönlichen Triumphe und schwachen Momente, seine ureigene kaleidoskopische Gefühlswelt. mehr...

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