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„Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“ Edmund (ungarisch „Ödön“) Josef von Horvath wurde am 9. Dezember 1901 als Sohn eines österreich-ungarischen Diplomaten und einer Mutter aus einer ungarisch-deutschen k.u.k. Militärarztfamilie in Fiume (heute Rijeka in Kroatien) geboren. Der Beruf seines Vaters führte Horvath schon früh in unterschiedliche Sprachbereiche, seine Jugendjahre verbrachte er unter anderem in Belgrad, Budapest, München, Wien und Pressburg. Durch den häufigen Wechsel der Umgebung beherrschte Horvath nach eigenen Angaben keine Sprache ganz und schrieb erst mit vierzehn Jahren den ersten deutschen Satz. Frühe schriftstellerische Versuche können auf die Zeit des ersten Weltkrieges datiert werden, dem wohl auch die Gesellschaftskritik, die sich durch alle späteren Werke Horvaths zieht, entspringt. 1919 bis 1922 besuchte Horvath psychologische, literatur-, theater- und kunstwissenschaftliche Seminare der Universität München bevor er sich in Berlin, Salzburg und Murnau begann, intensiver der Schriftstellerei zu widmen. Ende der zwanziger Jahre sympathisierte Horvath mit den Linken und warnte bereits in seinen Stücken vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Selber sagte er: „Ich habe nur zwei Dinge, gegen die ich schreibe, das ist die Dummheit und die Lüge. Und zwei, wofür ich eintrete, das ist die Vernunft und die Aufrichtigkeit.“ Anfang der dreißiger Jahre ließ sich bei Horvath ein wahrer Produktionsschub verzeichnen, der unter anderem die vier großen Volksstücke „Italienische Nacht“, Geschichten aus dem Wiener Wald“, Kasimir und Karoline“ und „Glaube Liebe Hoffnung“ hervorbrachte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verließ Horvath Deutschland, lebte in Wien und Salzburg und schloss sich dem Henndorfer Kreis um Carl Zuckmayer an. Horvaths finanzielle Situation verschlechterte sich, da seine Stücke in Deutschland nicht mehr aufgeführt werden durften. „Der jüngste Tag“ ist 1937 Horvaths letztes Theaterstück. Sein erfolgreicher Roman „Jugend ohne Gott“ wurde 1938 auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen und auf dem Gebiet des NS-Reichs eingezogen. Nach Anschluss Österreichs im März 1938 reiste Horvath über Budapest und Fiume nach Paris, wo er am 1. Juni während eines Gewitters auf der Champs-Elysees von einem Ast erschlagen wurde. Der Emigrant und Weltbürger Horvath, der wohl nie einen Ort als seine Heimat bezeichnen konnte, gilt auf Grund seiner Entlarvung der Gesellschaft als entfremdet und sozial depriviert durch die schonungslose Darstellung perspektivloser Kleinbürger und ihrem Bildungsjargon als Erneuerer des Volksstückes. Da sich in der Sprache das mentale Defizit der Figuren am deutlichsten herauskristallisiert, liegt sein Schwerpunkt stets auf einer künstlichen und kommunikationslosen Dialogsprache. Kern seiner Stücke bildet die „Demaskierung des Bewusstseins“ in einer „Synthese aus Ernst und Ironie“. Ethisch-religiöse, metaphysische Fragestellungen zu Verantwortung und Schuld menschlichen Handelns kamen später in den Zeiten der Emigration hinzu. Quellen: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Ödön_v._Horvath aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Ödön von Horvath: Der jüngste Tag, Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH, 1993, Nachwort von Theo Buck
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